Eröffnungsveranstaltung Dienstag, 08.01.2008, Beginn 19:00:
“Was geschah wirklich mit Oury Jalloh?“
Vor fast auf den Tag genau drei Jahren verbrannte der sierra-leonische Asylbewerber in einer Polizeizelle in Dessau. Seit Ende März 2007 läuft ein Prozess im Landgericht Dessau. Angeklagt sind zwei Dessauer Polizeibeamte, denen „Körperverletzung mit Todesfolge“ bzw. „Fahrlässige Tötung“ beim Verbrennungstod Oury Jallohs vorgeworfen wird. Während des Prozesses verwickeln sich die Zeugen zunehmend in Widersprüche; Beweismittel verschwinden spurlos und der Richter tobt schließlich, dass er den Prozess solange weiterführen wird, bis er herausfindet, welcher der Beamten, die in der Brandnacht auf dem Revier waren, lügt.
Informationsveranstaltung zum Stand des Verfahrens
mit der „Initiative in Gedenken an Oury Jalloh“
Donnerstag, 17.01.2008, Beginn 19:00:
„Polizeigewalt gegen Flüchtlinge und Migrant_innen -
Struktur oder Einzelfall?“
Flüchtlinge und Migrant_innen werden – vor allem, wenn sie „illegalisiert“ sind – mit militärischen Mitteln an den Grenzen (BGS / Frontex) abgewiesen und mit polizeilichen Mitteln aus Kerneuropa ausgewiesen. Das Konstrukt vom „Illegalen“, vom „afrikanischen Drogendealer“ oder neuerdings vom „islamischen Terroristen“ schafft Feind-Bilder, die im polizeilichen Handeln relevant werden. Denn polizeiliches Handeln unterliegt nicht dem Zwang zur Unschuldsvermutung – es ist vielmehr der Verdacht, der die Beamten handeln oder nicht-handeln lässt. Die Sondergesetze für „Ausländer“, die strukturelle Entrechtung und der gesamtgesellschaftliche Rassismus tun ihr übriges dafür, dass Migrant_innen in besonderem Maße Opfer von Polizeiübergriffen werden.
Info- und Diskussionsveranstaltung mit Dirk Vogelskamp (Komitee für Grundrechte und Demokratie) und Klemens Ross (Republikanischer Anwaltsverein)
Dienstag, 22.01.2008, Beginn 19:00
Film- und Diskussionsveranstaltung:
„Polizeigewalt im Bergischen Land -
Chaostage 07 und andere Übergriffe gegen Jugendliche, Punks und Migrant_innen“
Schikanen und Übergriffe durch Polizeibeamte kommen leider auch im bergischen Städtedreieck vor. Manchmal ist durch einen glücklichen Zufall eine Kamera dabei, wie etwa bei dem Punkertreffen im Juni 2007. Das Medienprojekt Wuppertal hat das Thema aufgegriffen:
„Dein Freund und Helfer“
ist eine Dokumentation über Polizeiübergriffe und Gegenaktionen der letzten Monate in Wuppertal
In einem anderen Fall wurde der Übergriff in Interviews und nachgestellten Szenen dokumentiert:
“Nix passiert“
ist eine persönliche Reportage über rassistische Polizeigewalt in Wuppertal. Abraham, ein Wuppertaler afrikanischer Herkunft, wird auf dem Nachhauseweg am Karlsplatz grundlos festgenommen. Bei der Festnahme wird er von Polizisten gefesselt, beleidigt und später auf der Polizeiwache Hofkamp verprügelt und getreten. Die Untersuchung des Vorfalls auf seine Anzeige hin läuft ins Leere.
(Beide Filme sind vom Medienprojekt Wuppertal. Im Anschluss an die Filme werden Augenzeugen vom Punkertreffen und von anderen Übergriffen berichten.)
Für Menschen, die selbst Gewalterfahrungen mit der Polizei gemacht haben, wird bei allen Veranstaltungen einE AnsprechpartnerIn von der Initiative „BürgerInnen beobachten die Polizei“ anwesend sein. Wir beantworten Fragen und leisten Unterstützung.
Auch erreichbar unter BbdP@so36.net oder unter 0202-49609697 (AB)